Stand 13.03.2020

Liebe Mitglieder,

die anhaltende Problematik mit dem Corona-Virus trifft gerade in diesen Tagen die gesamte Branche. Viele Anfragen erreichen uns bezüglich eines optimalen Umgangs mit den Mitgliedern und möglicher behördlicher angeordneter Schließungen der Unternehmen. Dies ist zum jetzigen Zeitpunkt noch hypothetisch, da uns bisher noch kein Fall der behördlich angeordneten Schließung erreicht hat.

Präventiv und vorsorglich möchten wir Sie jedoch zum optimalen Umgang mit Ihren Mitgliedern wie auch für den Fall der behördlichen Schließung Ihres Studios informieren.

1. Aktuelle Situation mit dem Corona-Virus

A. Maßnahmenempfehlungen

Wenn keine behördlich angeordnete Schließung vorliegt, sollte der Betrieb im Studio unverändert fortgeführt werden mit sämtlichen Angeboten und unter erhöhten Hygienemaßnahmen. Die Mitgliedsbeiträge sind weiterhin zu zahlen, auch, wenn das ein oder andere Mitglied aus Sorge lieber zu Hause bleibt. Das Studio ist gesetzlich nicht verpflichtet, eine Ruhezeit zu gewähren, sofern alle vereinbarten Leistungen weiter erbracht werden können. Eine Ruhezeit wäre nur dann zu gewähren, wenn im individuellen Vertrag eine entsprechende Regelung enthalten ist. Natürlich bleibt es dem Studio unbenommen, aus Kulanz im gegenseitigen Einvernehmen im Einzelfall eine Ruhezeitvereinbarung abschließen, insbesondere, wenn ein Mitglied anderenfalls die ordentliche Kündigung ankündigt. Dabei gibt es diverse Gestaltungsmöglichkeiten: Entweder mit Zahlpause oder mit Durchzahlung und Trainingsguthaben im Anschluss an die Laufzeit. Auch kann vereinbart werden, dass sich das Laufzeitende durch die Ruhezeit nach hinten verschiebt. Diese Einzelheiten müssten aber alle in einer von beiden Vertragspartnern unterschriebenen Ruhezeitvereinbarung vereinbart werden. Ein Sonderkündigungsrecht besteht seitens der Mitglieder nicht, solange das Studio unverändert alle Leistungen anbietet.

B. Hygienische Maßnahmen

Direkt im Eingang zum Fitnessstudio und an der Theke ist es zu empfehlen, einen Desinfektionsspender anzubringen. Dies gilt ebenfalls für die Damen- und Herren-Toiletten sowie die Umkleideräume. Gerade in den Umkleiden, aber auch in den restlichen Räumlichkeiten Ihres Studios sollte beachtet werden, dass nur auf flüssige Seife sowie auf Einweghandtücher zurückgegriffen wird. Wir empfehlen Ihnen außerdem Infografiken zum Thema: Hände richtig waschen aufzuhängen. Unter folgendem Link finden Sie bereits vorgefertigte Grafiken dazu:

www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken

Achten Sie bitte zudem darauf, dass die Türklinken mindestens alle zwei Stunden desinfiziert und gereinigt werden. Auch die Griffe und Sitzflächen Ihrer Kraft- und Cardio-Geräte sollten überdurchschnittlich oft einer Reinigung/Desinfektion unterzogen werden. Für den Nassbereich sowie Bereiche, an denen Fliesen angebracht sind gilt, dass zum Wischwasser ein Desinfektionsmittelkonzentrat hinzugegeben werden sollte. Lassen Sie anschließend bitte die gewischten Flächen an der Luft trocknen.

Bitte beachten Sie hierzu die Angebote der Fördermitglieder des DSSV.

C. Mitgliederinformation

Zur Informierung Ihrer Mitglieder haben wir ein Musterschreiben entwickelt, welches Sie gerne in Ihrem Studio aushängen oder bei Bedarf versenden können. Dieses im internen Bereich des DSSV unter der Kategorie „Corona".

D. Kurzarbeitergeld

In den Studios kann geprüft werden, ob es sinnvoll ist, Kurzarbeitergeld zu beantragen. Dann könnte ein Teil des Lohnes von der Arbeitsagentur gezahlt werden. Voraussetzung dafür ist, dass ein "unabwendbares Ereignis" zu erheblichen Arbeitsausfällen führt. Ein unabwendbares Ereignis im Sinne § 96 Abs. 3 SGB III liegt vor, wenn ein Arbeitsausfall durch behördliche oder behördlich anerkannte Maßnahmen verursacht ist, die vom Arbeitgeber nicht zu vertreten sind. Dazu muss der Studioinhaber sofort bei der örtlichen Arbeitsagentur schriftlich anzeigen, wenn nicht genug Arbeit für die Beschäftigten da ist. Die Arbeitsagentur muss unverzüglich entscheiden, ob die Voraussetzungen für Kurzarbeitergeld vorliegen. Anschließend berechnet der Inhaber das Kurzarbeitergeld und zahlt es aus. Nach einem Erstattungsantrag bei der örtlichen Agentur für Arbeit wird der verauslagte Betrag zurückerstattet.

Hier der Link zur Arbeitsagentur.
 

2. Behördlich angeordnete vorübergehende Schließung des Studios aufgrund des Coronavirus (SARS-CoV-2)

A. Entschädigungsansprüche des Studioinhabers

Verdienstausfälle:
Sind Ausfälle bei den Einnahmen zu verzeichnen, hat der Selbstständige einen Erstattungsanspruch §§ 56 Abs. 3, 57 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Nachgewiesen wird das Defizit durch eine Bescheinigung des Finanzamtes über die Höhe des letzten beim Finanzamt nachgewiesenen Jahreseinkommens.

Existenzbedrohende Betriebsausgaben
Auch Ersatzansprüche für nicht gedeckte und benötigte Betriebsausgaben können geltend gemacht werden. (§ 56 Abs. 4 IfSG). Hierzu muss eine Aufstellung der nicht gedeckten Betriebsausgaben eingereicht werden.

Ersatz für Gehaltsfortzahlung an Arbeitnehmer

Der Arbeitgeber zahlt sechs Wochen das Arbeitsentgelt weiter („als Zahlstelle“ gem. § 56 Abs. 5 IfSG) und kann sich dies anschließend von der zuständigen Behörde erstatten lassen.

Voraussetzungen
Anträge an die zuständigen Behörden sind innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der angeordneten Schließung an die Behörde zu stellen.

Auflistung der zuständigen Behörden und Antragsformulare:
Im internen Bereich des DSSV unter dem Stichwort „Corona“.
Alternativ können Sie hier die für Sie zuständige Behörde ermitteln.

B. Mitgliederinformation bei behördlicher Schließung

Auch im Fall einer behördlichen Schließung Ihres Betriebes, haben wir ein Musterschreiben entwickelt, welches Sie zum Zwecke der Kommunikation in Ihrem Studio benutzen können