Umsatzsteuerliche Konsequenzen für Beitragszahlungen während der Corona-Krise

Über die Beitragszahlungen, die während der Studioschließungen geleistet wurden, können Sie nach Rücksprache mit Ihren Kunden unterschiedliche Regelungen treffen. In Abhängigkeit von der getroffenen Regelung entstehen unterschiedliche Auswirkungen auf den Ausweis der Beiträge (erfolgswirksam oder erfolgsneutral) und die Entstehung der Umsatzsteuer.

Folgende Varianten kommen unabhängig von der jeweiligen Rechtsform des Studios im Betracht:

1. Beitragsfreie Vertragsverlängerung, d.h. während der Schließung erfolgt weiterhin eine Zahlung und keine Erstattung, der Zeitraum wird dann beitragsfrei an die Laufzeit “angehängt”.

Die Beitragszahlungen während der Schließung sind erfolgsneutral als erhaltene Anzahlungen zu behandeln.

Die Umsatzsteuer entsteht bereits im Zeitpunkt der Vereinnahmung des Beitrages und ist sofort fällig.

2. Verzehrgutschein, d.h. auch hier laufen während der Schließung die Zahlungspflichten weiter, als Gegenleistung erfolgt eine Gutschrift auf ein Verzehrkonto.

Die in Gutscheine umgewandelten Beitragszahlungen aus der Schließungsphase sind erfolgsneutral als erhaltene Anzahlungen (Ausweis erfolgt in der Bilanz unter Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen) zu behandeln. Erst mit Inanspruchnahme des Gutscheines, erfolgt die erfolgswirksame Umgliederung in den Umsatz

a) Wenn Sie Produkte zum Verzehr im Studio (19 % Umsatzsteuer) und zum Mitnehmen (7 % Umsatzsteuer) anbieten, handelt es sich um einen Mehrzweckgutschein, da zum Zeitpunkt der Ausstellung nicht feststeht, für welche Leistung der Gutschein in Anspruch genommen wird.

Die Umsatzsteuer auf diese erhaltene Anzahlung entsteht erst, wenn der Gutschein eingelöst wird.

b) Wenn Sie lediglich Produkte zum Verzehr im Studio (19 % USt) anbieten, handelt es sich um einen Einzweckgutschein, da zum Zeitpunkt der Ausstellung bereits feststeht, für welche Leistung der Gutschein in Anspruch genommen wird.

Die Umsatzsteuer auf diese erhaltene Anzahlung entsteht bereits mit Ausstellung des Gutscheins.

3. Trainingsgutschein für den Kunden selbst oder einen Dritten, d.h. auch hier erfolgt eine Weiterzahlung während der Schließung. Der Kunde erhält einen Gutschein, den er selbst für zusätzliches Training nutzen oder an einen Dritten, der noch kein Kunde ist, weitergeben kann.

Die in Gutscheine umgewandelten Beitragszahlungen aus der Schließungsphase sind erfolgsneutral als erhaltene Anzahlungen (Ausweis erfolgt in der Bilanz unter Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen) zu behandeln. Erst mit Inanspruchnahme des Gutscheines, erfolgt die erfolgswirksame Umgliederung in den Umsatz.

Hier handelt es sich um einen Einzweckgutschein, da zum Zeitpunkt der Ausstellung bereits feststeht, für welche Leistung der Gutschein in Anspruch genommen wird.

Die Umsatzsteuer auf diese erhaltene Anzahlung entsteht bereits mit Ausstellung des Gutscheins.

4. Geschenkt (gespendet), d.h. das Mitglied erklärt seine Solidarität mit dem Studio und verzichtet auf ggf. bestehende Rückforderungsansprüche.

Bei dieser Art der Beiträge handelt es sich nicht um Umsatz, sondern um sonstige betriebliche Erträge.

Da kein Leistungsaustausch zwischen dem Kunden und dem Betreiber stattfindet entsteht keine Umsatzsteuer

5. Beiträge werden erstattet Es liegt eine Entgeltminderung im Zeitpunkt der Erstattung vor.

Die erstatteten Beiträge mindern die Umsatzsteuer

Stand: 04.11.2020