Neuer Eigenkapitalzuschuss für besonders von der Corona-Krise betroffene Unternehmen

Nachdem der DSSV und weitere Wirtschaftsverbände sich vehement im Schulterschluss für weitere Optimierungen der Hilfsprogramme eingesetzt hatten und Forderungen an das Bundeswirtschafts- (BMWi) und Bundesfinanzministerium (BMF) stellten, teilte das BMWi jetzt mit, dass Unternehmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, einen neuen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss erhalten.

Zusätzlich wurde die Fixkostenerstattung auf 100 Prozent erhöht. Eine weitere Forderung des DSSV wurde dementsprechend durch das BMWi und BMF umgesetzt. Bislang wurden Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent erleiden, mit bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten erstattet.

Der Eigenkapitalzuschuss
Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monatenseit November 2020 einen Umsatzeinbruch von jeweils mehr als 50 Prozent erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Der Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.

Der Eigenkapitalzuschuss im Überblick

  • Anspruchsberechtigt sind Unternehmen mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent in mindestens drei Monaten im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021.
  • Der neue Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung beträgt bis zu 40 Prozent des Betrags, den ein Unternehmen für die förderfähigen Fixkosten nach Nr. 1 bis 11 erstattet bekommt (vgl. FAQ zur Überbrückungshilfe III). Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten haben. Gezahlt wird er ab dem dritten Monat des Umsatzeinbruchs und beträgt in diesem Monat 25 Prozent. Im vierten Monat mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erhöht sich der Zuschlag auf 35 Prozent; bei fünf oder mehr Monaten erhöht er sich noch einmal auf 40 Prozent pro Monat. Für die einzelnen Monate ergeben sich somit folgende Fördersätze:

    Monate mit Umsatzeinbruch größer als 50 Prozent Höhe des Zuschlags
    1. und 2. Monat Kein Zuschlag
    3. Monat 25 Prozent
    4. Monat 35 Prozent
    5. und jeder weitere Monat 40 Prozent
  • Der neue Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.

Beispiel:
Ein Unternehmen erleidet seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent. Das Unternehmen hat für den Monat Januar 10.000 Euro betriebliche Fixkosten (vgl. FAQ 2.4 Nr. 1 bis 11) aus Mietverpflichtungen, Zinsaufwendungen und Ausgaben für Elektrizität, Wasser und Heizung und beantragt dafür die Überbrückungshilfe III. Das Unternehmen erhält eine reguläre Förderung aus der Überbrückungshilfe III in Höhe von jeweils 10.000 Euro für Januar, Februar und März (100 Prozent von 10.000 Euro, zuvor 90 Prozent der Fixkosten).

  1. Für November und Dezember 2020 erhält das Unternehmen keinen Eigenkapitalzuschuss
  2. für Januar 2021 bekommt das Unternehmen zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 2.500 Euro (25 Prozent von 10.000 Euro)
  3. im Februar 2021 sind es 3.500 Euro (35 Prozent)
  4. ab März 2021 erhält das Unternehmen 4.000 Euro zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss (40 Prozent)

Der Eigenkapitalzuschuss und die weiteren Verbesserungen werden im Rahmen der bestehenden Überbrückungshilfe III gewährt. Damit wird eine zügige Umsetzung gewährleistet. Die FAQ zur Überbrückungshilfe III werden überarbeitet und zeitnah veröffentlicht, darin wird das Verfahren zur Auszahlung des Eigenkapitalzuschusses erläutert. Nach Anpassung des Programms kann die Antragstellung über die bekannte Plattform erfolgen. Die Antragsbearbeitung und Auszahlung erfolgt in der Verantwortung der Länder.